Tourentipp: Hochtour zum Schalfkogel

Der Wecker klingelt. Schlaftrunken strecke ich Arme und Beine so weit es geht auseinander. Räkle mich, versuche den Schlaf wegzublinzeln und greife mit einer Hand in Richtung Rucksack. Die Zahnbürste ist griffbereit. Das Waschbecken wird zum morgendlichen Treffpunkt. Mit Zahnpaste im Mund murmle ich mehrmals schwer verständlich guten Morgen. Die Uhr zeigt 5:10 Uhr. Zeit für Frühstück. Der Kaffee weckt endlich die ersten Lebensgeister. Vor uns liegt der Aufstieg auf den 3.537 Meter hohen Schalfkogel.

Sonnenaufgang am Berg

Vor der Langtalereckhütte oberhalb von Obergurgl im Ötztal schlägt uns frische Morgenluft entgegen. Nur langsam schaffen es die ersten Sonnenstrahlen über die Gipfel der umliegenden Dreitausender und tauchen die Bergwelt in orange-rotes Licht. Über einen schmalen Steig gehen wir in der Dämmerung in Richtung Gurgler Ferner, während sich am Himmel ein Farbschauspiel der besonderen Art abzeichnet. Erst als wir knapp eine Stunde später den Gletscher erreichen, kommen die ersten Sonnenstrahlen bis ins Tal und spenden wohltuende Wärme, während wir die Steigeisen anlegen.

Leichte Felskletterei in Richtung Gipfel

Nur ein paar Schritte später ragen vor uns Felsblöcke in die Höhe. Eingebunden ins Seil stellen wir uns der leichten Felskletterei über teils glatte Platten und teils loses Geröll. Der kurze Seilabstand von zwei Metern zwingt mich, genau den Weg meiner Vorsteigerin nachzuahmen. Ich schnaufe, versuche den Gleichschritt zu halten, um die gesamte Gruppe nicht aus dem Rhythmus zu bringen. Das ist anstrengender als ich dachte. Mein Hintermann stöhnt entnervt auf: „Ich werde mich ausbinden und den Teil alleine gehen,“ verkündet er der restlichen Seilschaft. Gar keine so schlechte Idee.

Noch einmal durch Schnee & Eis

Deswegen lösen wir die Seilschaft kurz darauf komplett auf und seilen erst wieder an, als wir knapp unterhalb des Gipfels erneut eine Gletscherpassage queren müssen. Nach einem rutschigen Schneefeld erwartet uns am Grat Blankeis. Die Steigeisen kratzen auf dem harten Untergrund, während wir uns Schritt für Schritt dem Ziel nähern. Noch einmal konzentriert bleiben, dann stehen wir am Gipfelkreuz. Wir klatschen ab. Geschafft! Jetzt steht „nur“ noch der Abstieg bevor.

Infos zur Tour

Statt über die Aufstiegsroute steigen wir zum Ramolhaus ab. Insgesamt dauert die Tour über den Schalfkogel somit knapp 8 h und es werden im Aufstieg über 1.000 Höhenmeter zurückgelegt. Wer nicht nur bis zum Ramolhaus (3.006 m) absteigen, sondern direkt bis nach Obergurgl zurück möchte, sollte nochmal 3 h mehr Zeit einplanen. Der Weg führt ab dem Ramolhaus unschwierig über einen schmalen Pfad bis in Gemeinde im Ötztal hinab.

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