Tourentipp: Skitour zu den Drei Zinnen

Die Drei Zinnen zählen zu den imposantesten Gebirgsformationen der Alpen und sind ein beliebtes Fotomotiv von Bergsportlern und Touristen. Im Winter kommt man den markanten Felstürmen auf Tourenski besonders nah. Weit entfernt von Liftanlagen und Tourismusattraktionen führt die relativ einfache Skitour zu einem Aussichtsfelsen mit direktem Blick auf die Drei Zinnen. Das will ich auch machen, denke ich mir. Gesagt, getan, …

Über das Fischleinbodental zu den Drei Zinnen

Ich bewege die steifen Finger. Klatsche in die Hände. Es ist kalt. Die Skitourenschuhe sind im Walk-Modus und die Ski liegen abfahrbereit am Boden. Beim Einsteigen klickt die Bindung. Ich schultere den Rucksack, blicke mich zu Felix und der restlichen Gruppe um und dann geht es endlich los. Durch die Kälte sind die Gelenke steif. Wir gleiten neben der Langlaufloipe in Richtung Talschluss und versuchen warm zu werden. An der Talschlusshütte haben wir den Rhythmus gefunden und es geht in bereits vorhandenen Spuren steiler bergauf.

Auf der Suche nach dem Wahrzeichen der Dolomiten

Die Spuren führen zuerst durch bewaldete Passagen und dann über Serpentinen oberhalb der Baumgrenze immer weiter hinauf. Zu unserer linken Seite erstrecken sich mächtige Felswände. Mein Blick wandert über die schroffen Gipfel und scannt die Umgebung nach der bekannten Felsformation ab. Noch sind die Türme nicht zu sehen. Erst als wir ein Plateau mit frischem Neuschnee erreichen, tauchen die berühmten Gipfel am Horizont auf.

Neue Kraft bis zum Gipfel

Mit dem Ziel vor Augen kommt die Motivation wie von selbst. Flotten Tempos queren wir das weite Tiefschnee-Feld. Erst kurz vor dem Gebirgsmassiv müssen wir uns entscheiden. Wählen wir zum Rasten den Weg zur Drei-Zinnen-Hütte oder steigen wir noch ein Stückchen weiter auf? Der Aussicht wegen entscheiden wir uns für die steilere Variante zum Sextner Stein rechts neben der Hütte. Die letzten Höhenmeter kosten Kraft. Serpentine um Serpentine schieben wir uns nach oben.

Wir sind nicht allein

Die Aussicht am Gipfel belohnt für die Strapazen. Knapp 1.000 Höhenmeter mussten wir überwinden. Jetzt blicken wir staunend auf die eindrucksvolle Felsformation, machen Fotos und ziehen schließlich fröstelnd die Felle ab. Es bläst ein eisiger Wind. Ich presse die Arme enger an den Körper und drehe mich um. Mittlerweile hat sich der Aussichtspunkt am Sextner Stein mit Menschen gefüllt. Zwei weitere Gruppen sind eingetroffen und klatschen lautstark ab.

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Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Die Menschen treiben uns zur Eile. Nachdem wir zuerst oben waren, wollen wir den anderen ungern den Vortritt im noch unberührten Tiefschnee lassen. Die ersten Schwünge sind steif. Zuerst müssen die Muskeln wieder warm werden. Doch wenig später ist die Kälte vergessen. Im oberen Teil staubt der Schnee. Ein Grinsen huscht auf die Lippen. Besser hätte es kaum sein können. Ein weitestgehend einsamer Aufstieg, eine traumhafte Aussicht und am Ende eine tolle Abfahrt. Das Grinsen wird breiter. Ja, genau das sind die Faktoren, die die Tour am Ende zu einer der besten Skitouren der Saison machen sollten.

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