Ellmauer Halt 1/101 beste Berge

1/101 Ellmauer Halt: Herbstwanderung statt Skitour

Die Ski stehen bereit. Ich blicke sie traurig an und schüttle mit dem Kopf. Meine Bretter müssen sich leider noch ein wenig gedulden. Genauso wie ich. Noch ist es mild draußen. Mild und warm. Ich ignoriere die Skischuhe und greife nach den Bergschuhen. Dann geht’s halt nochmal zu Fuß los. Geplant ist der Aufstieg auf die Ellmauer Halt. Das ist der höchste Punkt am Wilden Kaiser. Und weil der Wilde Kaiser nicht nur aufgrund seines Namens sondern auch wegen seiner Erscheinungsform über alle Lande bekannt ist, wage ich damit den Anfang meines neuen Projekts: Die Ellmauer Halt soll der erste Gipfel meiner 101 besten Berge werden.

Bergtour auf die Ellmauer Halt

Der Wettergott meint es gut mit uns. Schon am Parkplatz werden Felix und ich von der warmen Oktobersonne begrüßt. Motiviert schultern wir unsere Rucksäcke, schnüren die Schuhe nochmals enger und marschieren los. Auf dem ersten Stück im Wald erwartet uns eine Farbexplosion, wie man sie sonst nur aus Filmen kennt. Immer wieder blitzt warmes Sonnenlicht durch die rot-orange Baumkronen. Ich schau mich um, schüttle an einem Ast. Rhythmisch segeln perfekt eingefärbte Blätter zu Boden. Passend dazu ertönt aus der Ferne Musik. Musik? Wo kommt die Musik her?

Live-Musik am Berg

Ich spähe in den Wald. Nichts. Schulterzuckend gehen wir weiter, queren ein Geröllfeld und stehen kurz darauf vor der Gruttenhütte auf 1.620 m. Die Musik wird lauter. Muss wohl von der Hütte kommen. Allerdings kommen die Töne nicht etwa aus einer Anlage, sondern werden live produziert. Ein einsamer Trompeter hat den Tag mit einem Ständchen auf der Sonnenterrasse der Berghütte begrüßt. Jetzt verabschiedet er sich mit ein paar letzten Klängen und setzt zum Rückweg ins Tal an.

Helm nicht vergessen

Für uns geht es hingegen weiter nach oben in Richtung Gamsängersteig. Der Steig führt direkt am Fels entlang. Links von mir geht es steil nach unten. Wie tief mag das wohl sein? 30 m? Felix lacht. Wohl eher 100, meint er. Okay. Im Entfernungen schätzen war ich noch nie so wirklich gut. Der Blick nach unten erinnert mich aber daran, dass es auf der anderen Seite mindestens genauso steil und felsig nach oben geht. Ich setze den Helm auf. Man kann ja nie wissen. Außerdem sehen wir jede Menge Gämsen und voraussteigende Berggeher könnten auch was lostreten. So fühl ich mich wohler.

Ich stecke fest

Teils versichert, teils frei in leichter Kletterei geht es bergauf. Zwischendurch gilt es eine Passage mit Trittbügeln an der Wand zu überwinden. Dann wieder wartet eine Leiter. Ein Felsbrocken, der ungefähr so hoch ist, wie ich es bin, macht es mir besonders schwer. Ich versuche mich zwischen Stein und Wand vorbeizudrücken und … stecke fest. Hilflos rudere ich für ein paar Sekunden mit den Armen, bevor ich mich doch irgendwie hindurchzwängen kann. „Kannst du nochmal zurückgehen, bitte?“ Felix steht hinter mir.  Hält die Kamera auf mich: „Für die Aufnahme.“

Das ist der höchste Punkt

Nur kurze Zeit später sehen wir das Kreuz. Bis hier hin haben wir knapp 1.300 Höhenmeter zurückgelegt. Wir kraxeln die letzten Meter hinauf, blicken uns um und klatschen ab. Hier stehen wir also. Am höchsten Punkt des Wilden Kaisers auf 2.345 m. Naja, wahrscheinlich stehen wir eher auf 2.344 m. Ich stütze mich an einem Fels ab, der wohl wirklich den höchsten Punkt darstellt. Abschätzig blicke ich in die Tiefe und verwerfe den Gedanken, hinauf zu klettern. Hier geht es definitiv deutlich weiter als 30 oder 100 m hinunter. Das seh sogar ich.

Mehr zu den 101 besten Bergen

Der Ellmauer Halt ist der erste von meiner persönlichen Hitliste der 101 besten Berge. Seit Oktober 2018 bin ich auf der Suche nach Gipfeln, die man unbedingt mal gesehen haben sollte. Dabei lasse ich mich gerne von deinen Vorschlägen und Ideen inspirieren. Also schieß los, hau in die Tasten und verrate mir per Direktnachricht oder in einem Kommentar, welche Gipfel ich auf keinen Fall verpassen sollte. Dann ist das vielleicht schon der nächste Beitrag in der Reihe der 101 besten Berge.

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