Tauernrunde: Traumskitag in Obertauern mit Germknödel und Geisterbahn

Auf dem Weg von München nach Obertauern kommen wir an grünen Wiesen und blattlosen Bäumen vorbei. Der Winter kann schon eine triste Jahreszeit sein. Vor allem, wenn die Nebel so tief hängen und der Welt noch ein bisschen mehr Licht klauen. Als wir Obertauern erreichen, ist es, als tauchen wir in eine andere Welt ein. Eine Welt, die durch den Schnee schon viel freundlicher und heller wirkt. Weitere Schneeflocken tanzen fröhlich in der Luft. Hier ist der Winter schon angekommen und für den nächsten Tag sagt der Wetterbericht zudem strahlenden Sonnenschein voraus. Perfekte Bedingungen für die Tauernrunde.

Vom Frühstücksraum direkt auf die Piste

Der Wetterbericht hat recht behalten. Als ich am nächsten Morgen die Vorhänge zurückziehe und den Blick über die umliegenden Berge schweifen lasse, erstrahlen einige Gipfel schon im Licht der aufgehenden Sonne. Der Himmel leuchtet noch in sanften Bonbon-Farben. Das ist eine schöne Stimmung. Jetzt fehlt nur noch der Kaffee, dann ist der Morgen perfekt.

Nach dem obligatorischen Heißgetränk presse ich meine Füße in die steifen Skischuhe im Skikeller des Hotels. Die Tauernrunde wartet! So geht’s ohne Umwege oder Umstände direkt auf die Piste. Das meine ich wörtlich.

Die Tauernrunde ist eine Skirunde, die einmal komplett um den Skiort Obertauern herumführt. Ihr könnt sie entweder mit oder gegen den Uhrzeigersinn fahren. Wir folgen diesmal der grünen Beschilderung und starten am Zehnerkar. Ca. 12 km und 4.612 Höhenmeter liegen vor uns.

Wir sind keine 10 Schritte aus dem Hotel herausgelaufen, da startet bereits eine präparierte Abfahrt. Das ist echt sehr bequem in Obertauern. Ich war jetzt schon öfter hier und immer habe ich eine Unterkunft mit direktem Anschluss an das Skigebiet erwischt.

Beste Pistenverhältnisse auf der ersten Abfahrt

Es ist noch früh. Die Pisten sind noch jungfräulich. Am Zehnerkar schnalle ich die Ski an. Unter den Brettern knirscht der trockene, kalte Schnee. Die Rillen sind noch deutlich zu erkennen. Hier sind noch nicht viele Leute gefahren.

Die ersten Kurven machen Spaß! Ich habe einen neuen Ski unter den Füßen. Der hat eine gute Kante, fräßt sich in den noch frischen Schnee hinein. Das ist ein bisschen ungewohnt. Aber der Ski und ich, wir gewöhnen uns langsam aneinander. So schlängeln wir uns Kurve um Kurve nach unten und haben dabei sogar richtig viel Platz auf der Piste.

Abstecher in die Geisterbahn

Obwohl die Umgebungsluft echt kalt ist, werden die Beinchen langsam warm. Gänsehaut kommt erst wieder auf, als wir vor der Geisterbahn stehen. Die gehört am Schaidberg zum neuen Bobby Land dazu. Ein riesiges Schild weist uns den Weg.

Wir fahren in einen Waldabschnitt hinein. Rechts und links sind gruselige Holzfiguren an den Bäumen befestigt. Dann stehen wir vor einem. Wir passieren den Vorhang. Die Ski können wir anbehalten, im Inneren liegt Schnee. Drinnen ist es stockdunkel. Bis plötzlich neben mir ein Licht aufleuchtet und ein Stöhnen und Ächzen ertönt. Rechts und links neben mir erwachen Figuren zum Leben.

Leuchtende Augen blicken mich. Messer werden hoch und runterbewegt. Grimassen grinsen in die Dunkelheit hinein. Und begleitet wird all das durch eine schaurige Geräuschkulisse. Wie cool ist das bitte? Die haben hier echt eine Geisterbahn im Skigebiet! Da geht mir als Jahrmarkt-Fan ein bisschen das Herz auf.

Endlich wieder Germknödel!

Als wir die Hälfte der Tauernrunde hinter uns haben, steht die Sonne bereits höher am Himmel. Es ist Mittagszeit. Wir kehren in eine Alm ein und nehmen auf der Sonnenterrasse Platz. Ich setze die Sonnenbrille auf, während ich die Karte studiere. Heute ist wirklich ein perfekter Tag. Besser könnte es kaum sein.

Mich lacht der Germknödel an. Es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich in jeder Mittagspause immer einen Germknödel gegessen. Diesmal kann ich mich kaum erinnern, wann das letzte Mal war. Es wird mal wieder Zeit! Und es war genau die richtige Wahl. Mit viel Mohn, so wie ich es mag. Mhmmm! Lecker!

Die beste Abfahrt

Damit bin ich dann auch wieder frisch gestärkt, um die restliche Runde fertig zu fahren. Eine der besten Abfahrten liegt an dieser Stelle noch vor uns. Dazu fahren wir bis zur Seekarspitze. Von dort oben kann man sogar bis zum Dachstein schauen. Und dann geht’s los.

Die Abfahrt zählt zu den längsten in Obertauern. Im oberen Bereich ist sie auch etwas steiler. Der Schnee ist aber noch immer fluffig weich. So haben wir hier einen guten Halt bei unseren Schwüngen. Weiter unten lädt die flachere Neigung dann eher zum Carven ein.

Ich bin kein Carving-Spezialist. Trotzdem probiere ich es ein bisschen aus. Lege mich mit jedem Schwung ein bisschen mehr in die Kurve und beanspruche meine Beine. Hin und wieder kommt dieses „Schienengefühl“ auf. Das fühlt sich gut an!

Verdiente Entspannung

Das fühl sich so gut an, dass wir am Ende der Tauernrunde noch nicht aufhören. Die eine oder andere Abfahrt hängen wir noch dran. Das muss einfach sein. So kommen wir schließlich müde, aber glücklich wieder ins Hotel zurück.

Da haben wir uns heute mal ein bisschen Wellness verdient. Normalerweise nutze ich den Wellness-Bereich eines Hotels so gut wie nie. Diesmal tut es soooo gut, als ich in das warme, blubbernde Wasser im Whirlpool am Dach des Hotels eintauche. Hach ist das angenehm.

Ich genieße noch eine Weile die Aussicht auf die umliegenden Pisten, die sich von hier ergibt und schließe dann die Augen. So könnte tatsächlich jeder Tag ausklingen …

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