Einmal Aussicht zum Mitnehmen, bitte: Unterwegs am Bindelweg

Ich verneige mich vor der Königin der Dolomiten. Vor mir erhebt sie sich in all ihrer Pracht. Gerade im Sommer leuchtet der Gletscher schon von weitem aus der Bergwelt heraus. Die Rede ist von der Marmolada. So nah wie auf dem Bindelweg ist man ihr selten. Zwar hatte ich im Winter bereits das Vergnügen, einen Blick auf die imposante Riesin zu werfen, aber noch nie bin ich so lange in ihrem Schatten marschiert. 

Einer der schönsten Panoramawege der Dolomiten

Vor uns die Marmolada, unter uns der Lago di Fedaia. Mein Blick springt zwischen dem türkisblauen Wasser und der eisigen Gletscherfront hin und her. Ich weiß gar nicht, was ich zuerst anschauen soll. Am besten erstmal auf den Weg blicken. Meine Augen wandern die steile Bergflanke hinab, die zu meiner rechten Seite abfällt. Der Bindelweg, auf dem wir unterwegs sind, ist zwar technisch nicht schwierig, stolpern sollte man hier besser trotzdem nicht. Okay. Also erstmal konzentrieren.

Oh, schau, ein Po!

Bedacht setze ich einen Fuß vor den anderen. Immer wieder muss ich anhalten, das Handy zücken und das eine oder andere Foto knipsen. Am Ende des Tages habe ich gefühlte 200 Fotos des Stausees und nochmal so viele von der Marmolada selbst am in der Galerie. Und alle sehen gleich aus. Bis auf eins. „Marlene, ich verrate dir nicht, was gleich kommt. Schau am besten mal da hoch.“ Ich blicke brav nach oben. Über uns kreisen Vögel. „Und jetzt, schau hier her! Dieser Stein sieht aus wie ein Po!“ Ich blicke auf einen gespaltenen Felsen. Der da liegt und tatsächlich entfernt an einen überdimensionalen Hintern erinnert.

Wie man sich als Deutsche in Südtirol outet

Nachdem wir den albernen Moment des Tages überwunden haben, macht sich schon bald darauf der Magen bemerkbar. Pünktlich. Nur eine Kurve weiter stehen wir vor einer Berghütte mit großer Sonnenterrasse. Rundherum sind Flaggen gehisst. Kroatien, Italien, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Österreich, … wo ist Deutschland? Eine Deutschland-Flagge gibt es keine. Wir kehren trotzdem ein. Dafür bestell ich „typisch deutsch“: Spaghetti und Latte Macchiatto zum Mittagessen. Das, so habe ich gelernt, macht man nämlich nicht. Cappuccino gibt es in Ausnahmefällen noch zum Frühstück. Aber ansonsten ist Kaffee mit Milch verpöhnt. Vor allem, wenn er gemeinsam mit dem Essen geordert wird.

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Am Dach der Dolomiten

Mir schmeckt Kaffee mit viel Milchschaum morgens genauso gut wie mittags oder abends. Meine Kraftreserven sind wieder aufgefüllt. Weiter geht’s auf die Marmolada. Heute leider nicht zu Fuß, sondern mit der Gondel. Die Aussicht haut mich trotzdem vom Hocker. Auf der einen Seite der Aussichtsplattform kann man bis nach Venedig blicken. Daneben ist Alta Badia. Dann kommt Gröden. Wow. Alle bekannten Dolomitenregionen sieht man hier mit einem Blick. Ich scanne die Bergwelt. Überlege, welche Gipfel zu den 101 besten Bergen gehören könnten. Wo muss ich unbedingt hoch? Der eine oder andere Gipfel springt mir schon ins Auge ….

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2 thoughts on “Einmal Aussicht zum Mitnehmen, bitte: Unterwegs am Bindelweg

  1. Tolle Fotos! Ich war noch nie in den Dolomiten, und habe da anscheinend was verpasst. Muss ich irgendwann auch mal hin. Kaffee mit Milchschaum kann ich auch den ganzen Tag, selbst noch um Mitternacht. Den würde ich auch immer hemmungslos bestellen, in Italien erst recht! 🙂

    1. Ich finde auch, dass Kaffee mit Milchschaum immer geht. 😀
      Und die Dolomiten sind super schön. :)) Musst unbedingt mal hin 😉

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