Marlene auf Skirollern in Seefeld

Wie eine Giraffe auf dem Eis: Mein erstes Mal auf Skirollern

Kritisch blicke ich auf die Dinger da in meiner Hand. Zwei Kufen, die jeweils einen Meter lang sind und vorne und hinten mit einer Rolle abschließen. Eine Mischung aus Ski und Inliner eben. Und genau das sollen sie ja auch sein. Auf den sogenannten Skirollern wird in den Sommermonaten das Langlauftraining absolviert. Und zwar nicht etwa in der Skihalle, sondern dank der Rollen direkt auf dem Asphalt. Hört sich simpel an. Ist es nicht. Zumindest nicht für mich.

Die ersten Versuche

Die Schuhe sitzen eng. Vorne unter den Zehen ist ein kleiner Metalsteg. Der muss in die Bindung einrasten. Damit ist der Fuß vorne fixiert, aber die Ferse ist frei. Vorsichtig laufe ich die ersten Schritte auf den ungewohnten Kufen. Meine Knöchel versuchen die wacklige Angelegenheit auszugleichen und immer wieder treten mir Schweißperlen auf die Stirn, wenn ich hilflos mit den Armen rudere und drohe nach vorne oder hinten umzufallen. Ich schlucke. Das kann ja heiter werden.

Wie gewöhnt man sich an diese Dinger?

Zur Eingewöhnung schlage ich nicht gleich den Weg auf die Skirollerstrecke in Seefeld ein. Stattdessen steht ein Trockenprogramm ohne Stöcke an. Ein Schritt nach links. Ein Schritt nach rechts. Das ganze jetzt hüpfend. Ob ich wohl auch im Kreis hüpfen kann? Mit vielen kleinen Sprüngen ist das kein Problem. In Vierteln geht es ebenso. Ja, sogar eine halbe Drehung schaffe ich. Das erfordert dann aber schon wirklich höchste Konzentration. Und bei den folgenden Laufübungen wird das Konzentrationslevel nochmals erhöht.

Jetzt muss ich also nur noch gleiten

Im Stehen bin ich also schon mal gar nicht so schlecht. Im Gleiten eher weniger. Immer wieder verliere ich meinen Schwerpunkt und muss rudernd das Gleichgewicht wiederfinden. Mittig über dem Ski soll ich bleiben. Leichter gesagt als getan. Dann kommen die Stöcke hinzu. Endlich. Jetzt kann ich mich nach links und rechts abstützen. Das ist zwar nicht Sinn der Sache, vermittelt mir aber Sicherheit im Kopf. Das bringt bekanntlich auch weiter.

Die richtige Technik

Mit den Stöcken fest in den Händen geht es schließlich nach zwei Trainingseinheiten zum ersten Mal auf die komplette Runde. Doch die beiden langen Stöcke vermitteln nicht nur Sicherheit, sondern können in der einen oder anderen Situation auch im Weg stehen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Da passt man einmal nicht auf, fällt hin, schlägt sich das Knie auf, rollert dabei leicht über den Stock und zack … Kaputt. Da liegt also die Spitze meines Langlaufstocks neben mir auf dem Asphalt. Das war’s für heute. Aber ich bleibe dran. Versprochen!

Warum ich das mache?

Um fit zu werden. Aber nicht einfach so. Sondern um fit für den 50 km langen Koasalauf in St. Johann in Tirol zu werden, der im Februar 2019 stattfindet. Gemeinsam mit 6 anderen motivierten Teilnehmern geh ich für das Nordic Team Tirol an den Start des bekannten Volkslanglaufs. Bis jetzt stand ich noch nie auf Langlaufskiern. Auch lange Ausdauereinheiten meide ich normalerweise erfolgreich. Jetzt komme ich nicht mehr drum rum. Ob ich es schaffe? Ich hoffe es! Aber einfach wird es nicht …

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