Instagram-Hotspot Seceda in Gröden: Lohnt es sich?

Ich stehe am Rand der Seceda. Daneben bricht die Alm steil ab und führt mehrere hundert Meter in die Tiefe. Außerdem ist der Kontrast besonders. Denn hinter den Wiesen im Vordergrund wirken die Felstürme im Hintergrund noch imposanter. Viele Instagrammer und Fotografen kennen diesen Spot bereits. Ausgestattet mit Kameras, Stativen und Lifestyle-Bekleidung fahren sie nach oben, um das perfekte Foto zu knipsen. Doch lohnt sich ein Besuch des Fotospots an der Seceda wirklich?

Sensationelles Panorama am Fotospot

Wir parken das Auto in St. Ulrich in Val Gardena/Gröden. Von hier aus geht es mit der Seilbahn weiter nach oben. Die Secedabahn bringt uns auf über 2.500 Meter hinauf. Es ist noch früh, die große Kabine ist nur mäßig gefüllt. Entspannt schweben wir an der Bergflanke entlang hinauf. Dann überwinden wir die Kante und ich staune. Noch nicht über das bekannte Fotomotiv, sondern vielmehr über den Langkofel, der in den Wolken hängt. Das Panorama begeistert mich eine ganze Weile.

Erst danach folge ich dem Schild, auf dem eine Kamera abgebildet ist. 10 Minuten Fußweg sind ausgeschrieben. Der Pfad ist breit, ausgetreten und nicht zu verfehlen. Haltet euch in Richtung des Gipfelkreuzes, dann seid ihr richtig.

Wir sind nicht alleine

Mit uns sind weitere Fotografen unterwegs. Einer ist bereits damit beschäftigt, ein dickes Murmeltier vor der Kulisse abzulichten. Übrigens ist das nicht das einzige, das wir sehen. Insgesamt tummeln sich drei der lieben Zeitgenossen sichtbar auf dem Plateau und sind alles andere als scheu. Die sind Menschen gewohnt. Kein Wunder, bei dem Andrang.

Je länger wir verweilen, umso mehr begeisterte Ausflugsgäste zücken die Kameras und Handys. Ich kann es ihnen nicht verübeln. Der Blick ist sensationell. Wolken umspielen die schroffen Felsspitzen. Dadurch werden die Berge im Hintergrund nochmal mystisch eingerahmt. Die Umgebung ist definitiv fotogen.

Das perfekte Foto

Für das perfekte Foto gehen wir am Kreuz der Seceda vorbei und folgen dem schmalen Pfad wieder ein Stückchen bergab. Von hier ist der Tiefblick noch ein bisschen imposanter und die Türme der Geislergruppe ragen noch höher hinauf. Felix dirigiert mich an den Rand der Klippe. Trotzdem trennt mich noch ein gutes Stück vom Abgrund. Ganz so wagemutig bin ich dann nämlich doch nicht. Nicht einmal für ein gutes Foto.

Das ist auch nicht notwendig, denn das Foto wird trotzdem gut. Während ich da stehe, denke ich an all die Fotos, in denen das Model in einem leichten Sommerkleid an dieser Klippe steht. Ein scharfer Windstoß holt mich aus meinen Gedanken zurück in die Gegenwart. Fröstelnd ziehe ich die Schultern zusammen und bin froh über meine Kombination aus Fleece und Hardshelljacke. Dann sieht mein Bild zwar vielleicht nicht ganz so „lifestylig“ aus, aber ich will ja auch noch ein Stückchen weiter.

Über den Tellerrand hinaus

Ich bin nicht nur wegen des Fotos auf die Seceda hinaufgefahren. Ich will noch auf den Gipfel der Kleinen Fermeda hinauf. Das ist einer der imposanten Felstürme, die beim Fotomotiv im Hintergrund so schroff in die Höhe ragen.

So haben wir am Ende des Tages auch nicht nur ein Fotomotiv festgehalten, sondern die Umgebung aus allen möglichen Perspektiven eingefangen. Am Ende des Tages habe ich nämlich somit meinen sportlichen Soll erfüllt, die Einsamkeit nur etwas abseits des berühmten Fotospots im UNESCO Weltnaturerbe genossen, jede Menge Adrenalin ausgeschüttet und die Seceda sogar von oben gesehen. Was will man mehr? Deshalb lohnt es sich, nicht nur an dem einen Ort zu bleiben, sondern auch mal über den Tellerrand hinauszuschauen.

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